erstellt am 30.06.2014 11:16 Uhr

Die schönsten Ballettstücke der Welt | tanzmuster Ballett-Blog

Kaum eine Kunstform ist so ausdrucksstark wie die des klassischen Balletts. Tänzerische Perfektion und Schauspiel verschmelzen und transportieren dabei Romantik, Dramatik und Leidenschaft. Die Anforderungen an die Tänzer sind enorm und werden nicht selten durch begeisterte Reaktionen des Publikums quittiert.

Die schönsten Ballettstücke der Welt im Überblick

In diesem Beitrag fassen wir vier der wohl populärsten Stücke zusammen, die z.T. bereits seit Jahrhunderten die Theaterbesucher verzaubern...

Ein Sommernachtstraum

Als Grundlage für dieses Ballett dient die gleichnamige Komödie von William Shakespeare. Diese wurde bereits im sechzehnten Jahrhundert uraufgeführt und gilt bis heute als eines der meistgespielten Shakespeare-Stücke.

Im Original geht es in fünf Akten um das Liebespaar Lysander und Hermia, die in einen Wald fliehen. Der Grund: Hermia soll Demetrius heiraten. Ihre Freundin Helena erfährt von der Flucht und folgt den beiden gemeinsam mit Demetrius. Zaubersaft und viele verzwickte Ereignisse sorgen dafür, dass sich Helena und Demetrius am Ende ebenfalls verlieben und beide Paare glücklich heiraten. 

Als Ballett-Inszenierung handelt es sich bei diesem Stück um eine romantische Variante der ursprünglichen Handlung. Eine in Deutschland populäre Version ist die Inszenierung von John Neumeier, die in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy und György Ligeti sorgen für eine stimmungsvolle musikalische Grundlage, die von Drehorgelmusik abgerundet wird.

Neben den populären Ballett-Adaptionen war und ist das Stück von William Shakespeare auch Vorlage für zahlreiche Opern und Verfilmungen.

Dornröschen

Der Name dieses sehr beliebten Balletts ist nahezu jedem ein Begriff, da die Geschichte von Dornröschen auch durch die Version der Gebrüder Grimm sehr populär ist. Das Ballett basiert jedoch auf dem Märchen „La belle au bois dormant“ (Die schlafende Schöne im Wald) von Charles Perrault aus dem späten 17. Jahrhundert.

Es erzählt die Geschichte eines Königspaars, dessen sehnlicher Wunsch nach einem Kind erfüllt wird. Wütend darüber, dass sie nicht zur Taufe eingeladen wurde, belegt die böse Fee Carabosse das Mädchen Aurora mit einem Fluch. An ihrem 16. Geburtstag soll sich Aurora an einer Spindel stechen und dabei sterben. (Prolog)

Am Tag des 16. Geburtstags bewahrheitet sich der Fluch. Inmitten der vielen Geschenke zieht ein riesiger Strauß roter Rosen Auroras Aufmerksamkeit auf sich. Unwissend, dass dieser Strauß von der bösen Fee Carabosse stammt, verletzt sie sich an einer versteckten Spindel. Die gute Fee sorgt dafür, dass die gesamte Gesellschaft gemeinsam mit Aurora in einen tiefen Schlaf fällt, anstatt zu sterben. (Akt 1)

Hundert Jahre später sorgt die Fliederfee dafür, dass dem Prinzen Desiré ein Bildnis der schlafenden Aurora erscheint. Fasziniert von diesem Anblick möchte der Prinz mehr über die schlafende Schöne erfahren. Die Fee führt Desiré zu ihr und der Prinz erweckt das Mädchen mitsamt der Hofgesellschaft durch einem Kuss auf Auroras Mund aus dem tiefen Schlaf. (Akt 2)

Nachdem die Fliederfee ihnen ihren Segen erteilt, heiraten Aurora und Desiré. Alle Gäste erscheinen als Märchenfiguren verkleidet. Der Höhepunkt des Festes ist der Tanz des Brautpaares, den die böse Fee Carabosse mit sehr viel Missgunst beobachtet. (Akt 3)

Die märchenhafte Handlung des Balletts wird durch eine grandiose Musikkomposition von Tschaikowski begleitet, der dieses Ballett sogar für sein bestes hielt. Die Uraufführung fand am 15. Januar 1890 in Sankt Petersburg, choreographiert von Marius Petipa, statt.

Schwanensee

Grundlage dieses weltberühmten Balletts ist die weit verbreitete Sage über eine verzauberte Schwanenprinzessin, die nur durch wahre Liebe aus dem bösen Bann eines Zauberers befreit werden kann. Für die musikalische Begleitung zeichnet abermals Pjotr Iljitsch (Peter) Tschaikowski verantwortlich.

Prinz Siegfried wird auf seinem 21. Geburtstag von der Königsmutter aufgefordert, bei dem bevorstehenden Hofball eine Braut auszuwählen. Unzufrieden über diese Umstände erscheinen ihm am Himmel weiße Schwäne und er geht mit seinen Freunden auf die Jagd. (Akt 1)

Am Ufer des Schwanensees begegnet dem Prinzen ein wunderschönes Schwanenmädchen. Siegfried erfährt von dem Bann des Zauberers Rotbart, der Prinzessin Odette in einen Schwan verwandelt hat. Nur wer ihr ewige Liebe und Treue schwört, könne sie aus diesem Bann befreien. Umgeben von Tänzen der Schwäne kommt Siegfried Odettes sehnsuchtsvollem Wunsch schließlich nach. (Akt 2)

Auf dem Festball am nächsten Tag fällt Siegfried jedoch auf einen gemeinen Betrug des Zauberers Rotbart rein. Odile, ein negatives Abbild des schönen Schwanenmädchens, gibt sich als Odette aus. Der unwissende Prinz schwört auch ihr daraufhin ewige Treue und Liebe. Der Zauberer und Odile verlassen anschließend mit Genugtuung das Fest. Als Siegfried die Verwechslung auffällt, sucht er am See nach Odette. (Akt 3)

Die Geschichte nimmt sodann ich (meist) tragisches Ende: Odette vergibt dem Prinzen, doch eine von Rotbart heraufbeschworene Sturmflut endet mit dem Tod Siegfrieds - und manchmal auch mit dem Tod Odettes. Es gibt jedoch auch Inszenierungen, in denen beide überleben und gemeinsam ihr Glück finden. (Akt 4)

Während die Uraufführung am 4. März 1877 in Moskau aufgrund mangelnder Vorbereitung und schlechter Darsteller zunächst kein Erfolg wurde, erlebte das Ballett später eine Renaissance. Die bis heute maßgebliche Inszenierung fand am 15. Januar 1895 in Sankt Petersburg, choreographiert von Marius Petipa und Lew Iwanow, statt. Schwanensee gilt als sehr ausdrucksstarkes und anspruchsvolles Ballett. Das liegt zum einen daran, dass die Rolle des Siegfried sowohl den Zorn über den Betrug des Zauberers als auch seine Verzweiflung wiederspiegeln sollte. Zudem wird die Figur der Odette und die der bösen Odile zumeist von der gleichen Ballerina getanzt, was ebenfalls eine große Wandlungsfähigkeit voraussetzt.

Giselle

Bereits am 28. Juni 1841 wurde Giselle in Paris uraufgeführt. Die Choreographie von Jean Coralli und Jules Perrot ist jedoch kaum mit den heute bekannten Interpretationen zu vergleichen. Der Spitzentanz war seinerzeit noch neu und die tänzerische Darbietung war daher technisch wenig anspruchsvoll. Zudem bestimmten noch viele pantomimische Teile das Stück, die später durch tänzerische Elemente ersetzt wurden.

Nachdem Giselle schon (fast) in Vergessenheit geraten war, kehrte es 1910 in Paris auf die Bühne zurück. Übrigens: Ein besonderes Merkmal von Giselle ist, dass die Ballerina (ebenso bei „La Sylphide“) ein wadenlanges Tutu trägt.

Die Handlung von Giselle ist in zwei romantische und dramatische Akte unterteilt. Förster Hilarion ist in Giselle verliebt, die mit ihrer Mutter in einem beschaulichen Dorf lebt. Hilarion muss mitansehen, wie sich der bereits verlobte Prinz Albrecht als Bauer verkleidet und einen Hof in direkter Nachbarschaft zu Giselle kauft. Zwar verliebt sich Giselle zunächst in den getarnten Prinzen. Doch als Hilarion den Prinzen enttarnt, stirbt die sensible Bauerstochter an ihrem gebrochenen Herzen. (Akt 1)

Als Hilarion Giselles Grab besucht, verführen Geister ihn zu einem Tanz, der in tödlicher Erschöpfung endet. Giselle selbst wird in den Kreis dieser Geister aufgenommen. Mit ihrer Liebe beschützt sie Prinz Albrecht vor dem gleichen tödlichen Schicksal. Nachdem Giselle ihm vergibt, löst sie sich im Morgengrauen gemeinsam mit den anderen Geistern in Nebel auf. (Akt 2)

Die Rolle der Giselle zählt wohl zu den anspruchsvollsten und zugleich begehrtesten der Ballettgeschichte. Doch auch die Rolle des Albrecht verlangt dem Tänzer so einiges ab – gerade im zweiten Akt.


 

Welches ist euer Lieblingsballettstück?

Romantische Szenerie oder bunte Farben? Happy End oder dramatisches Finale? Wir haben euch die schönsten Stücke vorgestellt. Doch was trifft euren Geschmack? Welche Inszenierung ist für euch der Innbegriff des Balletts?

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