erstellt am 10.03.2015 10:16 Uhr

Ist Ballett gesund? | tanzmuster Ballett-Blog

Wie gesund ist Ballett?Federleicht, graziös und mühelos – fast scheinen Ballerinen über die großen Tanzbühnen dieser Welt zu schweben. Doch hinter dieser eleganten Ausdrucksform steckt viel Disziplin und Übung. Nein, Ballett erlernt man nicht über Nacht. Und wer eine Karriere als Ballerina anstrebt, hat täglich Leistungssport auf dem Programm stehen.

Daher fragen wir heute einmal kritisch nach:

  • Ist Ballett eigentlich gesund?
  • Welche Auswirkungen hat Balletttanzen auf die Entwicklung und das Wachstum?
  • Was passiert mit Sehnen, Bändern und Knochen unter der Dauerbelastung?
  • Und wie gefährlich ist der oft umstrittene Spitzentanz?

All diesen Fragen wollen wir in unserem heutigen Blogbeitrag auf den Grund gehen, damit kleine Ballerinen auch weiterhin ohne Besorgnis tanzen können.

Mit Ballett einen gesunden Geist…

Beim Balletttanzen ist die aufrechte Körperhaltung und eine stete Körperspannung das A und O. Daher lernen Ballerinen von klein auf, stets die Haltung zu überprüfen und sich ihrer bewusst zu werden. Wenn sie diese Bewusstseinsschulung über Jahre hinweg betreiben, achten sie sicherlich auch im Alltag auf eine aufrechte Haltung und wirken selbstbewusst. Tanzprinzessinnen stärken somit also ihr Selbstwertgefühl.

Im Vergleich zu anderen Sportarten spielt im Ballett außerdem das musische Element eine tragende Rolle. Wer Bewegung und Musik verbindet, schult daher nicht nur das Taktgefühl, sondern erhält auch eine bessere Konzentrationsfähigkeit. Balletttanzen ist eine komplexe Ausdrucksform und hat viele positive Auswirkungen auf den Körper. Kleine Ballerinen üben daher gleich mehrere Aspekte des körperlichen Auftretens und tun etwas für das gesamte Wohlbefinden.

…in einem starken Körper formen

Neben all den positiven Effekten durch die Schulung von Koordination und Taktgefühl hat das Ballett aber in erster Linie jedoch besonderen Einfluss auf die körperliche Entwicklung – und somit die Gesundheit. Zum einen stärken kleine Tanzprinzessinnen ihren Körper durch das kontinuierliche Krafttraining. Zum anderen halten sie das Gewebe flexibel dank der regelmäßigen Dehnübungen. Der ständige Druck auf die Knochen in Kombination mit dem Zug auf die Muskulatur kann zudem sogar im Alter die Knochenelastizität erhalten. Fleißiges Üben zahlt sich also auch noch später aus und man kann mit Balletttanzen Krankheiten wie Osteoporose vorbeugen.

Aller Anfang ist schwer – auch im Ballett

Wann aber beginnt man am besten mit dem Ballettunterricht? Früh übt sich ja bekanntlich am leichtesten. Und so ist es auch im Ballett nicht ungewöhnlich, schon von klein auf damit anzufangen. Viele Ballettschulen bieten daher Klassen bereits ab drei Jahren an. Hierbei handelt es sich dann natürlich erst einmal um ein spielerisches Herantasten an das Thema. Dennoch hilft es den Kleinen, ihr Talent schon früh zu entdecken. Kommen die Ballerinen dann ins (Vor-)Schulalter, können sie auch mit dem Üben des klassischen Balletts anfangen und haben bestenfalls bereits ein Gespür für Rhythmus und routiniertes Training entwickelt.

Spitzenschuhe – was hat es damit auf sich?

Gleich vorweg: Beim Spitzentanz scheiden sich sogar im professionellen Balletttanz die Geister! So ist zwar allgemein bekannt, dass die permanente der Füße durch den Tanz auf der Zehenspritze chronische Folgen haben, Da gerade die Fußwurzeln hohen Belastungen ausgesetzt werden und dies zu Verformungen sowie Verschleißerscheinungen führen kann. Doch auch hier gilt wieder: Das richtige Maß ist entscheidend. Wer also gesundheitsbewusst dem Lieblingshobby nachgehen möchte, sollte mit dem Spitzentanz nicht vor einem Alter von etwa elf Jahren anfangen, da der Fuß die Grundphase des Wachstums abgeschlossen haben sollte. Außerdem empfiehlt es sich, zuvor über mehrere Jahre die Fuß- und Beinmuskulatur gezielt aufzubauen. Wer die Tanzkunst dann (gelegentlich) „auf die Spitze“ treiben möchte, kann – und sollte – dies auch tun. So richtig gesund ist der Spitzentanz für den Fuß allerdings auch dann nicht…

Fehlverhalten und Verletzungsgefahren beim Balletttanzen

  • Bei einer intensiv betriebenen Ausübung des Balletts kann es zu sogenannten Tänzerfrakturen kommen. Die Gefahr eines Knochenbruchs besteht vor allem dann, wenn die Muskulatur ermüdet und das Skelett nicht ausreichend unterstützt wird. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen mit unregelmäßigem Training.
  • Des Weiteren können Druckschädigungen von Nerven an der Innenseite des Fußes entstehen, wenn etwa eine verstärkte Kippung auf die Fußinnenseite beim „en dehors“ zu sehr erzwungen wird. Die Folgen sind Kribbeln im Fuß, Gefühlsstörungen und Muskelschwäche.
  • Bei einer Überstreckung des Knies im Standbein (ab etwa 15 Grad) kann eine Instabilität im Knie entstehen. Dann wird das Knie übermäßig belastet, vor allem im Meniskus, den Kreuzbändern und den hinteren Muskel- und Sehnenansätzen. Schlimmstenfalls geht dadurch die Balance verloren und die betroffenen Ballerinen „hängen“ in den überstreckten Knien. Die 1. und 5. Tanzposition können dann nur noch mit gebeugten Beinen ausgeführt werden.

Gesundheitliches Resümee: Ballett tut gut!

Abgesehen von den Risiken bei einer übermäßigen Ausführung ist Balletttanzen also eine ganzkörperliche Fitnessalternative. Unser Fazit lautet daher: Ballett ist eine komplexe Sportart, die vor allem gut für eine aufrechte Körperhaltung, die Beweglichkeit und das Taktgefühl ist. Und wer – wie bei so vielen Bereichen im Leben – das Balletttanzen in Maßen ausübt, kann sogar ab und an auf Spitze tanzen.

Klar ist, dass das Balletttanzen ausschließlich bei erfahrenen Ballett-Lehrern/innen erlernt werden sollte. So ist zumindest sichergestellt, dass alle Übungen und Bewegungsabläufe korrekt erlernt und umgesetzt werden. Der positive Gesundheitseffekt auf den Körper ist dann nämlich am größten. Vor allem aber sollte das Balletttanzen mit Freude und ohne Besorgnis gepflegt werden, schließlich begeistert diese Form des Tanzens nicht ohne Grund seit mehreren Jahrhunderten weltweit Klein und Groß. 

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