erstellt am 04.02.2014 10:40 Uhr

Tipps und Tricks gegen Lampenfieber | tanzmuster Ballett-Blog

Angst vor der Ballettprüfung ist ganz normalOb groß, ob klein – eines haben wir alle gemeinsam: Unsere Nerven spielen verrückt, wenn wir ein besonderes Ereignis vor uns haben. Bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Doch fast jeder spürt das sogenannte Lampenfieber vor einem Auftritt vor Publikum. Schweißausbrüche sind da noch das kleinere Übel.

Unser heutiger Blogbeitrag strotzt daher geradezu vor Tipps und Tricks, wie kleine Ballerinen sich auf ihren großen Auftritt vorbereiten können – und was es mit dem Lampenfieber eigentlich so auf sich hat.

Was tun gegen Lampenfieber?

Fast jeder kennt es: trockener Mund, schweißige Hände, Herzrasen, kein Appetit und der wiederholte Gang zur Toilette. Das sind die typischen Anzeichen von Lampenfieber. Unser kleines ABC soll Abhilfe schaffen:

In der Ruhe liegt die Kraft: Wer sich mit Meditation und Entspannungsübungen auf einen stressigen Alltag vorbereitet, kann diese Techniken natürlich auch besonders gut in Extremsituationen, wie vor einem Auftritt vor Publikum anwenden. Mit Yoga und Co. kann man auf Dauer seine Konzentration fördern und durch Atemtechniken Ruhe bewahren.

Zeig den Tiger in dir! Mit viel Bewegung schafft es der Körper, überschüssiges Adrenalin abzubauen. Alle, die noch keine Meditationsprofis sind, können also mit Sport (oder aber auch einem Spaziergang kurz vor dem Auftritt) überschüssige Energie abbauen und so kurzfristig gegen das Lampenfieber ankämpfen.

Früh übt sich: Schon von klein auf ist es wichtig, Konzentration, Geduld und Ausdauer zu fördern. Das kann man ganz spielerisch mit Puzzles oder Gemeinschaftsspielen wie Monopoly, Trivial Pursuit oder Mastermind etc. einführen. So lernen die Kleinen mit Spiel und Spaß, an einer Sache dran zu bleiben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren -  und legen damit den Grundstein für spätere Prüfungssituationen.

Die nackte Wahrheit: Wer sich vor anderen nicht blamieren will und Angst hat, ausgelacht zu werden, falls man einen Fehler macht, der sollte sich einfach das Publikum ohne Klamotten vorstellen! Denn im Prinzip sind alle Menschen gleich, oder nicht? Manch einem erprobten Bühnentänzer hilft diese Vorstellung ganz ungemein dabei, ein wenig die eigene Aufregung abzubauen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Weil für viele Menschen Unbekanntes erst einmal Angst auslösen kann, ist dafür im Umkehrschluss Vertrautes beruhigend. Daher empfehlen wir für jeden Auftritt oder vor jeder Prüfung einen „Glücksbringer“ mit sich zu tragen. Das kann die Lieblingsstulpe sein, die man noch beim Aufwärmen trägt oder ein besonders hübsches Haarband.

Gestärkt zu guten Nerven: Nur wer sich ausgewogen ernährt, hat die nötigen Energiereserven, die der Körper gerade in extremen Situationen wie vor Prüfungen oder Tanzauftritten anzapft! Vollkornprodukte und Nüsse geben dabei langanhaltende Energie, eine Banane zum Beispiel liefert kurzfristig den nötigen Zuckerschub. Das heißt also Überwinden, wenn man vor Aufregung anscheinend keinen Appetit hat – der Körper dankt es einem später und man kann somit zur Höchstform auflaufen!

Die besten News zum Schluss: Ein bisschen Aufregung ist gar nicht schlimm! Das Adrenalin im Körper fördert nämlich die Leistungsfähigkeit und steigert die Aufmerksamkeit. Es kann also dazu führen, dass man dank der Aufregung/dem Adrenalin bei einem Auftritt so richtig schön glänzen kann!

Prüfungsangst lässt sich in den Griff kriegen

 

Ursache – warum gibt es Lampenfieber?

Nachdem wir wissen, dass es etwas völlig normales ist, ein wenig Aufregung zu verspüren, bleibt noch die Frage: Warum reagiert unser Körper so heftig auf bestimmte Situationen, wie zum Beispiel eine Ballett-Vorführung vor Publikum?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir weit in unserer Evolutionsgeschichte zurückgehen. Genauer: Bis in die Steinzeit! Denn viele unserer heutigen Handlungen und Emotionen haben ihre Wurzeln genau hier. Damals allerdings trat „Lampenfieber“ vor allem in lebensbedrohlichen Situationen auf.

Wenn Gefahr bestand und es notwendig werden konnte, sich auf eine Flucht oder etwa einen Kampf vorzubereiten, schüttete der Körper eine große Menge Adrenalin aus und versetzte sich damit selbst in allerhöchste Alarmbereitschaft:

  • Darm und Blase entleerten sich, um überflüssigen Ballast loszuwerden und somit das Fluchtgewicht zu reduzieren.
  • Schweiß wurde produziert, denn damit ist man schwerer zu packen.
  • Der Blutkreislauf zum Verdauungstrakt wurde gedrosselt, um Gehirn, Armen und Beinen mehr Blut (und damit mehr Energie) zuführen zu können.
  • Die Pupillen weiteten sich, was zu einem fokussierten Tunnelblick Richtung Fluchtpunkt  führte.

Was damals zum eigenen Schutz und letztlich zum Überleben diente, kennen wir in „bedrohlich“ wirkenden Situationen, z.B. vor Auftritten oder Prüfungen, als Lampenfieber. Denn schließlich ist den meisten von uns kurz vor dem Betreten der Bühne eher nach Weglaufen zumute, oder? Mal abgesehen von den deutlich selteneren „Rampens…“, die in diesem Moment (ebenfalls evolutionär bedingt) auf „Kampf“ schalten und es gar nicht mehr erwarten können, die Bühne zu rocken… ;-)

Unser Fazit:

Ein bisschen Lampenfieber schadet niemandem. Im Gegenteil: Unser Körper wird dadurch leistungsfähiger. Damit können wir auf der Bühnen sogar besser sein, als jemals zuvor im Training!

Wir wünschen allen toi, toi, toi für den nächsten Auftritt. Ihr seid spitze!!!

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